Montag, Juli 23, 2007

Peru II + Bolivien I

Cuzco - wie es weiter ging
Wir haben beim Zugbuchen in Cuzco zwei Hessen kennen gelernt, die auch etwas planlos waren, nachdem die Zuege nach Machu Picchu fuer 5 Tage gestrichen wurden. Also haben wir uns wieder mit ihnen getroffen und weitere Plaene ausgeheckt. Im Endeffekt haben wir es geschafft, eine 4-Tagestour zu buchen, die einen Tag mountainbiken, 2 Tage radfahren und den kroenenden Abschluss: einen Besuch des Machu Picchu beinhaltet. Der Abend vor der Tour war auch noch ganz nett, da wir in einer grossen Gruppe mit 6 oder 7 Leuten durch die Bars und Clubs von Cuzco gezogen sind und Freigetraenke eingeloest haben, die sie uns ueberall nachgeschmissen haben. Dann gab es allerdings nur 2 Stunden Schlaf bis zum Start der Tour. Am ersten Tag wurde uns leider gleich ein Strich durch die Rechnung gezogen und wir mussten auf Grund von Streiks und Protesten das Mountainbiken streichen und sassen stattdessen in einem kleinen Ort fest und spielten Karten. Sonst hat alles aber ganz gut geklappt (nach suedamerikanischen Verhaeltnissen), wir haben wunderschoene Landschaften gesehen und sind in die Inkageschichte eingetaucht.


Titicaca
Von Cuzco sind wir dann fast ohne Probleme (nur mit ein Mal unerwartet Bus wechseln und 3 Stunden Wartezeit an der Grenze) nach Copacabana gekommen. Haben gleich einen Ausflug auf die Isla del Sol, mitten im Titicacasee, gemacht und am naechsten Tag haben wir noch einen "Berg" bestiegen, um uns dann weiter auf den Weg nach La Paz zu machen. Die Busfahrt war schon etwas schwieriger, da der Bus eingegangen ist, der Beifahrer 2 Stunden versucht hat, ihn zu reparieren, gescheitert ist und erst dann einen Ersatzbus bestellt hat, der auf Grund von Blockaden weiter 2 Stunden gebraucht hat. Am naechsten Morgen haben wir dann einen Trip gebucht und sind gleich Mittags auf in die...

Pampas
Wie man sich schon aus der Redewendung ableiten kann, liegt diese Gegend ganz weit weg von allem anderen... im Nirgendwo. Wir haben von La Paz aus den Flieger genommen fuer eine Stunde nach Rurrenabaque, dann ging es am naechsten Tag mit dem Auto fuer 3 Stunden weiter, um dann mit dem Boot noch 2 Stunden in unser Camp zu fahren. Erlebt haben wir viel: hunderte Krokodile und Schildkroeten, Affen und Voegel gesehen, mit Flussdelfinen geschwommen, Capybara (wissenschaftliche Bezeichnung, soviel ich weiss: Riesenmeerschweinchen, vielleicht aber auch Wasserschwein, wer weiss) beobachtet, Piranhas gefischt (Matthias hatte 3, bei mir hat es nur fuer eine Sardine gereicht, die wir natuerlich gleich wieder frei gelassen haben), Anacondas gefangen (natuerlich hatte wieder Matthias das Glueck oder Koennen und durfte sie sich gleich umhaengen),...
Zurueck geflogen sind wir dann mit einem Mini-Flugzeug fuer 20 Passagiere, in dem jede Reihe nur 2 Sitze hatte und der Gang dazwischen so tief war, dass sich jeder ducken musste. Die Landebahn war auch ganz interessant, da es von einer Erdbahn, zu einem Rasen ueberging und das Terminal eine kleine Huette mit Baenken drin war.


Wieder zurueck in La Paz hat mich heute schon Melly verlassen. Morgen bekomm ich dann eine neue Begleitung, Liesi und uebermorgen verlaesst mich Matthias noch, dann reise ich mit Liesi fuer weiter 3 Wochen noch herum.

Dienstag, Juli 10, 2007

Ecuador III + Peru I

Ein kleiner Überblick über die Reise durch Ecuador, ein Plan mit unserem Weg durch Peru folgt bald...
Erlebnis Busfahrt - Fortsetzung der Fortsetzung

Ja, die Busgeschichten gehen uns glaub ich nie aus. Diesmal sogar grenzüberschreitend. Nach Montañita hatten wir mal die Nase voll vom Strand, weil uns das Wetter einfach zu schlecht war und haben uns entschlossen, noch nach Cuenca (wieder mal was, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert wurde, die müssen ordentlich was zu tun haben) zu fahren. Dort waren wir dann 2 Tage und sind dann nach Peru. Dafür haben wir einen Bus an die Küste genommen für 3,5 h, dann einen über die Grenze für nochmal ca. 3,5 h und dann hat das Abenteuer begonnen: wir in Peru ohne Soles und ohne Ahnung, welchen Bus wir weiter nehmen sollen. In Ecuador waren Busterminals üblich, wo man alle Busgesellschaften auf einem Fleck angetroffen hat, hier ist das leider nicht so, also haben wir uns von einem (Moped-)Taxifahrer mitschleppen lassen, der uns zu einer Busorganisation bringen wollte und vorher noch zum Geldwechseln, was im Endeffekt keine Wechselstube, sondern ein Typ mit einer Warnweste und einem Packen Bargeld in der Hand war. Trotz unserer Zweifel und all der Warnungen haben wir das trotzdem gemacht (und nachgerechnet nur um ca. 10 € übers Ohr gehauen worden) und mit unserem neuen Bargeld 2 Tickets für einen Luxusbus mit Ledersesseln und Essen ausgegeben. Nach weiteren 20 Stunden (Nachtfahrt) waren wir dann endlich in Lima und da gab es eine neue Herausforderunge: Melly treffen. Hab ihr noch vor ihrem Abflug eine Mail geschrieben mit unseren ungefaehren Busdaten, die sie allerdings nicht gelesen hatte und die Adresse, bei der wir uns treffen wollten (wo sie untergebracht war) haben wir auch nach 30minütiger Suche mit Taxifahrer und Securitytypen nicht gefunden. Auch der Notfallplan, uns per Handy zusammen zu rufen ist gescheitert, da sie keinen Empfang in Peru hat. Also waren wir im Internetcafe und haben ihr eine Mail geschrieben, dann mussten wir was essen und sind dann nochmal ins Internetcafe. Leider hatte sie da noch nicht geantwortet und schoen langsam gingen uns die Ideen aus, v.a. weil wir in einer ziemlich abgeschiedenen Gegend waren. Dann sind ein paar Touristen ins Internetcafe gekommen und (man stelle sich vor) eine davon war Melly.

Lima

Die riesige Hauptstadt Perus hatte uns nicht lange. Wir sind einen Tag durch die Stadt gegangen, haben uns das Zentrum und die Touristengegend angesehen und am Abend beim Kaffeetrinken zufaellig die Freund von Melly, mit denen sie gekommen ist, wieder getroffen. Lima ist halt ein Dorf...



Oase
Unser erster richtiger Stop war in Ica, von wo aus wir in die Oase Huacachina gefahren sind, von der alle, die wir getroffen haben, nur geschwaermt haben. Hat unsere Erwartungen auch zur Gaenze erfüllt. Das Wetter war spitze und es war sehr beeindruckend, von Sanddünen eingeschlossen zu sein. Das Klettern auf diese war etwas anstrengend, aber der Sonnenuntergang, den wir dann erlebt haben, war all die Mühe wert. Dann haben wir auch noch eine Tour gemacht mit Buggies und hatten den verrücktesten Fahrer überhaupt, der sich nur so über die Dünen geschmissen hat. War aufregender als jede Achterbahnfahrt und dazwischen sind wir auch noch auf Bretter gesstiegen und haben uns die Dünen runter geschmissen. Also wie Snowboarden, aber im Sand und mit niedrigerer Geschwindigkeit.
Einen Bootsausflug haben wir dann auch noch gemacht auf die Islas Ballestas, bei dem wir Seeloewen, Pinguine und jede Menge Vogelscheisse gesehen haben. War ein ganz netter Trip, aber ich hab das ja alles schon gesehen in netterer Atmosphaere (es lebe das Land der Kiwis).

 
 


Ein kleines Geldproblem hatten wir auch schon, mit Blüten. Aber das gehoert glaub ich nicht oeffentlich auf einen Blog und irgendwas muss ich ja daheim auch noch zu erzaehlen haben, also unter 4 Augen gibt es davon mehr.


Cuzco
Im Moment befinden wir uns in der Stadt der Inca, von wo aus man den Machu Picchu machen koennte, wenn nicht grad die Professoren streiken würden und alle Strassen und Brücken mit Steinen zumachen. Auch die Züge fahren nicht, da die Schienen geblockt werden. Jetzt heisst es umplanen. Im Moment wissen wir noch nicht genau, was wir machen, aber das Geheimnis wird im naechsten Eintrag dann gelüftet.

 


Heimatgefühle
In Cuenca waren wir in einem Kaffeehaus mit dem Namen Cafe Austria, welches uns unser lieber Reisegefaehrte "Lonely Planet" empfohlen hatte. Dort haben wir mal wieder ein Stückchen Oesterreich genossen (Wiener Eiskaffee und Sachertorte) und haben eine neue Aussprachart für unsere geliebte Sachertorte kennen gelernt: Satschertorte.

Und als wir in Canoa waren hab ich vergessen zu erwaehnen, dass wir 2 Oesterreicher getroffen haben und dann gleich ganz aus der Naehe: aus Traismauer und St. Poelten. Hab natürlich gleich den Dialekt erkannt und sie darauf angesprochen. Beide haben in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet, gekündigt und reisen jetzt ein Jahr lang um die Welt.
Und dann komm ich nach Peru und seh unsere Landesfarben gleich ein paar mal: die Flagge von Peru ist naemlich wie unsere, nur vertikal statt horizontal gestreifelt, aber wenn sie nach unten haengt ist sie die selbe. Also: Österreich lebe hoch!